Nebenniere

Die Nebennieren liegen oberhalb beider Nieren und setzen Stresshormone frei. In der Nebennierenrinde werden u.a. die Hormone Cortisol und Aldosteron gebildet, im Nebennierenmark Adrenalin und Noradrenalin.


- Unterfunktion der Nebennieren (Nebenniereninsuffizienz)  
Die typischen Symptome werden durch einen Cortisolmangel ausgelöst, so dass es sich genau genommen um eine Nebennierenrindeninsuffizienz handelt. Es kommt zu Müdigkeit, Schwindel, Blutdruckabfall, Leistungsintoleranz, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Braunverfärbung der Haut.
Eine endokrinologische Abklärung sollte insbesondere erfolgen bei Zustand nach Kortisontherapie über längeren Zeitraum oder bei bekannter Autoimmunerkrankung oder bei Abfall des Natriumspiegels im Blut oder bei Hinweisen für eine Unterfunktion der Hirnanhangsdrüse.
Bei der primären Nebenniereninsuffizienz liegt die Störung auf der Ebene der Nebenniere selbst. Die häufigsten Erkrankungen sind der M. Addison, das adrenogenitale Syndrom oder ein  Zustand nach beidseitiger Nebennierenoperation.
Da für eine normale Funktion der Nebenniere eine Stimulation durch die Hirnanhangsdrüse nötig ist, kann auch eine Unterfunktion der Hirnanhangsdrüse zu einer dann sekundären Nebenniereninsuffizienz führen.
Kommt es nach Absetzen einer längerfristigen Kortisontherapie zu einem Cortisolmangel, spricht man von einer tertiären Nebenniereninsuffizienz.  
Die Therapie besteht immer im Ersatz des Cortisolmangels mittels Tabletten. In der Regel wird hierzu Hydrocortison in einer Dosis von 15-30mg pro Tag eingesetzt. Bei der primären Nebenniereninsuffizienz ist auch eine Substitution des Aldosteronmangels nötig, in der Regel mit Fludrocortison (Astonin H®) 0,05-0,1mg pro Tag. Bei Frauen kann auch der Einsatz von DHEA sinnvoll sein.
Wir unterstützen Sie, um individuell die optimale Medikation und Dosis zu finden, dass zuverlässig Symptome einer Nebenniereninsuffizienz im Alltag vermieden werden und gleichzeitig längerfristig keine Nebenwirkungen einer Überdosierung auftreten. Sie erhalten einen Notfallausweis mit Empfehlungen zur nötigen Anpassung der Kortisondosis im Krankheitsfall.

 

- Tumoren der Nebenniere
Tumoren der Nebenniere verursachen in den meisten Fällen keine Beschwerden und werden zufällig im Rahmen einer Untersuchung des Bauches festgestellt (Inzidentalom). Es ist immer eine sorgfältige Beurteilung nötig, ob eine der häufigen gutartigen Veränderungen (Nebennierenadenom) oder eine sehr seltene bösartige Erkrankung (z. B. Nebennierenkarzinom oder von anderen Organen ausgehende Tumoren) vorliegt.
Falls es sich um einen Tumor handelt, der zur vermehrten Bildung eines Hormons führt, können typische Symptome auftreten. Bluthochdruck (Hypertonie) oder Kaliumabfall im Blut (Hypokaliämie) können auf eine vermehrte Produktion von Aldosteron hinweisen (M. Conn). Ein Anstieg von Adrenalin oder Noradrenalin  (Phäochromozytom) kann zu anfallsartigen Beschwerden mit Ohnmacht, Bluthochdruck, Kopfschmerzen, Herzrasen, Blässe oder vermehrtem Schwitzen führen. Ein erhöhter Cortisolspiegel durch eine Nebennierenerkrankung (adrenales Cushingsyndrom) macht sich wie ein M. Cushing bemerkbar.
Die Therapie ist abhängig von der Art des Tumors. Bei den gutartigen Tumoren der Nebenniere ohne Hormonaktivität ist meistens keine Behandlung nötig. Hormonaktive Tumoren (M. Conn, Phäochromozytom, adrenales Cushingsyndrom) können in der Regel durch eine Operation geheilt werden. Bei anderen seltenen Erkrankungen der Nebennieren (z. B. Lymphom, von anderen Organen ausgehende Tumoren, Einblutung) ist die Therapie abhängig von der Erkrankung.
Wir beraten Sie, ob und wenn ja welche Therapie bei Ihnen nötig ist. Falls erforderlich wird Ihre Situation mit einem in der Nebennierenchirurgie erfahrenen Chirurgen besprochen und gemeinsam eine Operation geplant.


 

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