Herz-Kreislauf-CheckZu den Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen Störungen des Herzens und der Blutgefäße, z.B. die koronare Herzerkrankung, Schlaganfälle, Bluthochdruck, periphere Gefäßerkrankungen, rheumatische Herzerkrankungen, angeborene Herzfehler und die Herzinsuffizienz.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit die Nummer eins unter den Todesursachen, meist durch Herzinfarkt oder Schlaganfall. Zahlreiche Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen sind durch den Lebensstil wie Bewegungsmangel, psychosozialer Stress, Rauchen, und falsche Ernährungsgewohnheiten bedingt, und damit auch beeinflussbar. Auch Übergewicht ist ein Risikofaktor.
In der Labormedizin gibt es zahlreiche Parameter mit guter Aussagekraft bezüglich des Risikos für die verschiedenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Durch eine Labordiagnostik der für das Herz-Kreislauf-System relevanten Mikronährstoffe sind Defizite gut erkennbar, und dies ermöglicht eine effiziente Nahrungsergänzung oder Therapie mit Mikronährstoffen. Die Orthomolekulare Medizin hat insbesondere bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein großes präventives und therapeutisches Potential.
Durch eine Labordiagnostik der folgenden Parameter sind Defizite gut erkennbar.


StoffwechselparameterErhöhte Lipoprotein-(a)-Konzentrationen gelten als wichtiger unabhängiger Risikofaktor für die koronare Herzkrankheit (KHK) und den Herzinfarkt.
Homocystein ist ein Metabolit im Aminosäurenstoffwechsel. Erhöhte Homocysteinkonzentrationen sind ein eigenständiger Risikofaktor für Arteriosklerose und Erkrankungen der Venen.
Chronisch abnorm hohe Cholesterinwerte vergrößern durch ihre gefäßschädigende Wirkung die Gefahr für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Erhöhte LDL-Cholesterinwerte sind ein Risikofaktor, während das HDL-Cholesterin die Gefäße eher schützt.
Die drei Parameter Fibrinogen, Ferritin und hsCRP zeigen eine mögliche chronische Entzündungsaktivität im Körper auf. Diese birgt ein wesentliches Risiko für Herzinfarkt, Thrombose und Schlaganfall in sich.
Apolipoproteine transportieren wasserlösliche Lipide im Blut. Apolipoprotein A findet man in den HDL (high density lipoproteins). Es hat einen schützenden Effekt gegen Arteriosklerose. Apolipoprotein B ist Bestandteil der LDL (low density lipoproteins). Hohe Spiegel stellen einen Risikofaktor für Arteriosklerose dar.
Die wichtige Enzyme y-GT, GOT, GPT dienen zur Beurteilung der Leberfunktion.
Erhöhte Harnsäurekonzentrationen gelten als Risikofaktor für KHK.
Der Creatininwert im Blut ist ein guter Maßstab zur Beurteilung der Filtrationsleistung der Nieren.
Das D-Dimer ist ein Spaltprodukt des Fibrins. Hohe Werte zeigen eine Thromboseneigung an.


HormoneCortisol ist ein bedeutendes Stoffwechsel-Stress-Hormon. Chronisch erhöhte Cortisolspiegel fördern die Entwicklung von Bluthochdruck und Übergewicht.
Fehlfunktionen der Schilddrüse -TSH, fT3, fT4- gehören zu den häufigsten hormonellen Störungen im menschlichen Körper. Eine Unterfunktion der Schilddrüse kann z.B. einen zu niedrigen Blutdruck verursachen, eine Überfunktion führt häufig zu Herzrhythmusstörungen.
BNP ist die Abkürzung für Brain Natriuretic Peptide, ein Hormon, das u.a. im Herzen gebildet wird. Je höher die BNP-Konzentration im Blut, desto schwächer ist die Herzleistung.
Renin und Aldosteron sind Hormone, welche in der Niere/Nebenniere gebildet werden. Das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System ist wesentlich an der Regulierung des Flüssigkeitshaushalts und Blutdrucks beteiligt.
Dehydroepiandrosteron(-sulfat) ist ein bedeutender Vorläufer der weiblichen und männlichen Geschlechtshormone und das Hormon mit der höchsten Konzentration im Blut überhaupt. Mit zunehmendem Alter kommt es zu einer Verringerung der DHEAS-Konzentration. Das Verhältnis Cortisol/ DHEAS nimmt zu, wodurch sich ein vermehrtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ergeben kann.


Mikronährstoffe-AminosäurenArginin ist die Ausgangssubstanz von Stickoxid, welches für die Regulierung der Gefäßweite und der Durchblutung benötigt wird.
Carnitin ist eine wichtige Substanz für die Energieversorgung des Herzmuskels.
Cystein wird für die Regulierung der Gefäß weite benötigt und hat einen günstigen Effekt auf die Konzentrationen von Cholesterin und Lipoprotein (a).
Glutaminsupplemente verbessern die Ischämietoleranz des Herzmuskels. Chronischer Stress führt sehr häufig zu einem Glutaminmangel.
Die Muskelaminosäuren Isoleucin, Leucin und Valin sind für den Muskelstoffwechsel erforderlich, ebenso für den des Herzmuskels, und können gleichermaßen als Energieträger dienen.
Taurin ist eine wichtige Aminosäure für das Herz-Kreislauf-System. Es stabilisiert den Herzrhythmus, verbessert die Herzmuskelkraft und wirkt leicht blutdrucksenkend und blutverdünnend.


Mikronährstoffe-VitamineDie Vitamine C und E sind Antioxidantien, die die Gefäßwände und die LDL-Partikel vor dem Angriff freier Radikale schützen. Vitamin E ist das wichtigste fettlösliche Antioxidans mit entzündungshemmenden Eigenschaften. Vitamin C regeneriert verbrauchtes Vitamin E.
Vitamin B1 ist von zentraler Bedeutung für den Energiestoffwechsel des Herzmuskels.
Diese Vitamine Vitamin B6, B12 und Folsäure werden für den Homocysteinabbau benötigt. Folsäure hat einen eigenständigen Schutzeffekt auf das Gefäßendothel. Niedrige Vitamin-B6-Konzentrationen erhöhen das Risiko für Arteriosklerose.
Nach neuesten Studien korrelieren niedrige Vitamin-D-Konzentrationen mit Herzmuskelschwäche und Bluthochdruck.
Q10 ist von zentraler Bedeutung für den Energiestoffwechsel in den Mitochondrien (Kraftwerke der Zelle). Eine gute Q10-Versorgung verbessert die Funktion des Herzmuskels und hat auch einen Schutzeffekt gegen Gefäßerkrankungen.


Elektrolyte, Mineralien und SchwermetalleBesonders ein Kalium- und ein Magnesiummangel führen zu Herzrhythmusstörungen. Die Elektrolyte Kalium, Natrium, Calcium und Magnesium regulieren maßgeblich den Flüssigkeitshaushalt und damit auch den Blutdruck.
Hohe Eisen- und Ferritinkonzentrationen steigern das Herzinfarkt-Risiko.
Selen ist ein antioxidatives Spurenelement von großer Bedeutung – auch für das Herz-Kreislauf-System. Höhere Selenkonzentrationen sind mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert.
Erhöhte Schwermetallkonzentrationen- Blei, Quecksilber und Aluminium- sind Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.